Der Kloster-Komplex
L'église Notre-Dame, consacrée par le pape Pascal II en 1107, mesurait 120 mètres de long, le clocher Sainte-Croix 72 mètres de haut et la nef 27 mètres. Plus de 400 dépendances permirent à La Charité de devenir "la fille aînée de Cluny".

Entwicklung und Niedergang des Klosters

Das Priorat, das 1059 vom einflussreichen Cluny-Orden gegründet wurde, ist der zentrale Ausgangspunkt, um den sich die Stadt entwickeln wird. Sie ist eine der wichtigsten Etappen des Jakobsweges nach Santiago de Compostella. Die Pilger hielten automatisch an der Loire an und so spielt das Kloster innerhalb des grossen Cluny-Ordens sehr bald eine sehr wichtige Rolle. La Charité sur Loire wird eine der 5 grossen Töchter von Cluny und hat Einfluss auf 45 Priorate und 400 Dependenzen.

Die Kirche Unserer Lieben Frau („Eglise Notre Dame“) ist im 12. Jahrhundert die zweitgrösste Kirche der Christenheit nach Cluny mit seinen mehr als 200 Mönchen und einem Besitz von 3 Hektar Land. Der 100jährige Krieg und die Religionskriege werden nach und nach diesen strategischen Platz zwischen Burgund und Berry schwächen. 1559 wird ein gigantischer Brand das Kirchenschiff total zerstören sowie einen Grossteil des Priorats und der Stadt und so das Kloster in den Ruin treiben.
Im 17./18. Jahrhundert wird das Kloster wieder zum Leben erweckt. Von den 10 ursprünglichen Jochen werden 4 wieder aufgebaut (die Überreste sind heute noch an der Fassade des Fremdenverkehrsbüros am Eingang der Kirche zu sehen).
Mit der Revolution 1789 wird das Priorat als Nationalgut verkauft und geht somit in das Allgemeingut über. Einige Gebäude werden von Privat- oder Geschäftsleuten genutzt.

Die Kirche Unserer Lieben Frau („Eglise Notre Dame“) als Weltkulturerbe

Das aktuelle Kirchenschiff stammt aus dem 17. Jahrhundert, der Chor und das Querschiff aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Die Schönheit verdankt die Kirche hauptsächlich ihrem reichhaltigen Dekor, nämlich den wunderschönen Kapitellen und Pilastern und den 2 Tympanons.
Der erste, der sog. Heilige-Jungfrau-Tympanon ist immer noch an seinem Ursprungsort am Fusse des Heilig-Kreuz-Glockenturms („Clocher Sainte Croix“) zu sehen. Der zweite, der sog. Transfigurations-Tympanon wurde 1840 aus Aufbewahrungsgründen in das Innere der Kirche verlegt. Prosper Mérimée, der Baudenkmals-Inspektor, liess die Kirche als historisches Denkmal eintragen und bewahrt sie somit vor der Zerstörung, denn der königliche Weg von Paris nach Nevers sollte ursprünglich durch das Kirchenschiff führen.
Seit 1998 gehört die Kirche Unserer Lieben Frau („Eglise Notre Dame“) zum UNESCO Weltkulturerbe im Rahmen des Jakobsweg nach Santiago de Compostella über Vézelay.

Das neue Leben des Priorats

Es ist seit 2001 eine der grössten Baudenkmal-Baustellen im Burgund. Der Benediktiner-Garten („jardin des bénédictins“) und die Heilige-Lorenz-Kirche („Eglise Saint Laurent“) wurden 2004 renoviert bzw. entdeckt. Der Kapitelsaal („salle capitulaire“) und der Klostergang folgten im Jahre 2007. Langsam wird somit das Priorat in ein neues Licht gerückt. Es ist heute eines der Hauptattraktionspunkte der Stadt und seiner Geschichte. Während der Sommermonate werden hier Kulturveranstaltungen und Festivals angeboten und lassen das Priorat wieder aufleben.

Anekdote

Während des 100jährigen Krieges wollte die heilige Jungfrau von Orléans, La Charité sur Loire einnehmen. Der gefürchtete Perrinet Gressard aber hielt sie davon ab. Diese einzige Niederlage wurde ihr bei ihrem Prozess zum Verhängnis, denn „eine von Gott Gesandte hätte nie verlieren dürfen“. Die beeindruckende Ruine des feudalen Schlosses von Perrinet Gressard befindet sich in Passy-Les-Tours (ganz in der Nähe von Varennes-les-Narcy).

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